Heute habe ich einen sehr persönlichen Artikel geschrieben. Es kostete mich etwas Überwindung, aber es war mir ein Anliegen dies zu schreiben.

 

Zwei Herzen

Manchmal habe ich das Gefühl, dass viele Herzen in meiner Brust schlagen. Eins für mich, eins für die Kinder, eins für meinen Partner, für meine Familie, meine Freunde, Kollegen…. das ließe sich unendlich fortführen. Doch an manchen Tagen habe ich zwei sehr starke Ausprägungen – ich empfinde es als ZWEI HERZEN, die in meiner Brust schlagen.

EINS schlägt ganz selbstverständlich für meine KINDER.

EINS schlägt für meine ganz persönliche FREIHEIT. Meine Unabhängigkeit. Der Wunsch Neues zu erleben, die Welt zu entdecken und auf Reisen viele tolle Menschen kennen zu lernen, ist ziemlich mächtig.

art background image blur 776633
Quelle: Ylanite Koppens/pexels.com

Und dann denke ich, wie kann das überhaupt zusammen passen? Widerspricht sich das nicht? Wie kann ich mit Kindern frei sein? Wie kann ich mich unabhängig fühlen von der ganzen Verantwortung, die Kinder mit sich bringen? Ich MUSS doch zuhause sein. Ich MUSS doch immer für meine Kinder verfügbar sein und ihnen meine Liebe schenken.

An manchen Tagen bin ich darüber schon schier verzweifelt. War unzufrieden. Habe mit meinen Kindern, meinem Partner geschimpft. Über die Umstände, über die fehlende Wertschätzung, über die Ungerechtigkeit, die Unzufriedenheit. Ich war neidisch auf meine kinderlosen Freunde, die die Welt entdecken konnten oder eine teurere Anschaffung machen konnten. Ich habe mich sehr benachteiligt gefühlt. Das war es dann mit ‚Liebe schenken‘. Wie ein Kreislauf wurde es dann nur schlimmer.

Meine Entscheidung

Doch es steckte nur in mir. Es war und ist MEIN innerer Antrieb, MEIN Freiheitsdrang. Meine Kinder und auch mein Partner oder mein Job oder das Wetter sind nicht dafür verantwortlich wie ich mich fühle oder wie ich mit meinem Wunsch nach Selbstverwirklichung umgehe.

Marshall Rosenberg hat darüber schon sehr viele interessante und aufschlussreiche Gedanken im Rahmen der gewaltfreien Kommunikation verfasst.

Niemand tut etwas gegen dich, sondern immer nur für sich.

M. Rosenberg

Ich kann mich immer entscheiden. Wie ich mein Leben leben will und vor allem: Wie ich darüber DENKE. Denn nur weil ich denke: „Das Leben ist ungerecht und alle sind gegen mich“, stimmt das noch lange nicht. Ich erschaffe es mir selbst.

Ich habe einige Zeit gebraucht, das zu verstehen und damit umzugehen. Und ja, manchmal hadere ich immer noch. Und schimpfe über die Welt und wie ungerecht doch alles ist. Doch ich weiß mittlerweile zum Glück wie ich da wieder heraus kommen kann. Und meine Zeit nicht mehr ewig verschwende.

blank heart label 163057
Quelle: Pixabay/pexels.com

Meine Bedürfnisse

Es sind unerfüllte Bedürfnisse, die in mir brodeln und nicht beachtet worden sind. Ich alleine bin in der Verantwortung mir diese zu erfüllen. Sie anzunehmen und anzuschauen. Zu überlegen, wie ich sie mir erfüllen kann. Und ich denke, damit bin ich nicht alleine.

Wie oft höre ich: „Mein Partner nimmt mich nicht ernst.“, „Ich muss alles alleine machen.“, „Meine Kinder hören mir nicht zu.“, „Ich schaffe das alles nicht.“, „Ich bin der Diener für alle im Haus.“, „Nie habe ich Zeit für mich.“, „Ich will unabhängig sein. Es wird mir alles zuviel.“

Das sind alles Anzeichen, dass ein Bedürfnis nicht erfüllt ist. Und ich glaube, es ist vor allem die Wertschätzung und Selbstbestimmung, die fehlt. Und besonders im Familienalltag, wo Mütter die tragende Rolle einnehmen und sich fast immer ganz hinten einordnen, fallen diese Punkte weg.

Entscheidend ist, welche Geschichten ich mir selbst erzähle. Wie möchte ich mein Leben leben? Ich habe immer die Wahl.

Die gute Zeit fällt nicht vom Himmel, sondern wir schaffen sie selbst, sie liegt in unserem Herzen.

Fjodor M. Dostojewski

Ich – Du – Wir sind in der Eigenverantwortung uns um die Erfüllung dieser Bedürfnisse zu kümmern. Dann lassen sich auch zwei in sehr verschiedene Richtungen schlagende Herzen wunderbar miteinander kombinieren.

So gelingt es mir, wenn ich mir meine 5 Minuten Auszeit nehme, dort gedanklich auf Reisen zu gehen. An meinen ganz persönlichen Wohlfühlort, wo ich unabhängig und frei bin. Mal unterstützt mit guter Musik, mal ohne. Mal mithilfe von Meditation, mal ohne. Dort kann ich alles ausleben wie ich es will und niemand hindert mich. Die Visualisierung ist so stark, als würde ich wirklich dort sein. Es ist ähnlich der Vorfreude. Die Freude im Vorfeld, wenn ich weiß, ich fahre an einen wunderschönen Ort in Urlaub. Dann bin ich vorher auch schon gedanklich dort.

Diese 5 Minuten schenken mir mehr Kraft als wenn ich mich nur über „die ungerechte Welt“ ärgere. Wenn ich mich bewusst dafür entscheide.

Wie geht es dir? Hast auch du manchmal das Gefühl, dass sich deine Herzen nicht miteinander kombinieren lassen? Fühlst du dich auch manchmal allein und wärst gern unabhängig? Hinterlass mir gern einen Kommentar. Ich bin auf deine Ansichten gespannt.

Alles Liebe, Claudia

art beach beautiful 269583
Quelle: pixabay/pexels.com

Wenn du deinen persönlichen Weg gemeinsam mit mir entdecken willst, kannst du dich bei mir für ein kostenfreies Glücksgespräch melden.

Oder komm in meine Facebookgruppe: Glückskäfermamas